Eine starke Kämpferin für Gerechtigkeit

Argula von Grumbach entstammte dem hochadeligen Geschlecht der Stauffer zu Ehrenfels, deren Stammsitz in der Nähe von Regensburg lag. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern, die der Pestseuche erlagen, kam sie an den Münchner Hof und heiratete dann den fränkischen Ritter Friedrich von Grumbach. Mutig und kompromisslos wie keine andere in ihrer Zeit vertrat sie Anfang des 16. Jahrhunderts während der Reformation ihre Gesinnung. Obwohl sie als Frau und als Laiin in der damaligen Gesellschaft keinen leichten Stand hatte, forderte sie die Gelehrtenwelt und die Obrigkeit zur Rechtfertigung ihrer Taten auf. Selbstbewusst trat sie in einen Dialog mit Martin Luther und anderen kritischen Geistern ihrer Zeit, verfasste kämpferische Flugschriften und warb in der Öffentlichkeit für einen freien Lebensstil und eine neue Frömmigkeit. Durch Archivfunde wurden nun weitere Details aus ihrem tragisches Leben bekannt, die in dem vorliegenden Buch erstmals zu lesen sind.

Peter Matheson: Argula von Grumbach. Eine Biographie. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014, ISBN 978-3-525-55072-4, 39,99 Euro

Dr. Chr. Riedl-Valder

Beitrag aus: Altbayerische Heimatpost 2014