Im Cremeschnitten-Paradies

 Das Altstadtcafe in Landau an der Isar

Barbara Kettl an ihrer Cremeschnitten-Theke im Altstadtcafé

Barbara Kettl an ihrer Cremeschnitten-Theke im Altstadtcafé

„Es ist schwer, seinen Appetit zu befriedigen, indem man Bilder von Kuchen malt“ lautet ein chinesisches Sprichwort und auch in Deutschland weiß man: „Probieren geht über Studieren“. Angesichts der großen Auswahl an frischen Sahne- und Cremeschnitten, die das Landauer Altstadt-Café den Besuchern präsentiert, kann man sich dabei aber leicht überfordert fühlen. In der Kuchentheke warten Erdbeer-Rhabarber-, Mango- und Heidelbeer-Buttermilch, Kiwi-Stachelbeer-, Ananascreme-, Rumtopf-, Batida-de-Coco-, Himbeer-Joghurt-, Holländer-Kirsch-, Cranberry-Eierlikör-, Preiselbeercreme-, Walnuss-, Caramel-Krokant-, Schoko-Kokos-, Nougat-Sahne-, Trüffel-Praline-, Punsch-, Tiramisu-, Rübli-, Irish-Coffee- oder Caramel-Macchiato-Häppchen. Gut, dass jede Woche eine der süßen Köstlichkeiten im Angebot ist. Da kann man zur Not den Geldbeutel entscheiden lassen.

Geschäftsführerin Barbara Kettl stammt aus einer alteingesessenen Bäckerfamilie. Ihr Urgroßvater Johann Baptist Weinzierl begründete den Betrieb im Jahr 1890 am Oberen Stadtplatz 9 in Landau an der Isar. Damals gehörte zur Bäckerei auch noch eine Landwirtschaft. Franz Weinzierl Junior übernahm das Geschäft 1963 und konnte es beträchtlich vergrößern. 1976 ließ er einen modernen Firmensitz im nahe gelegenen Wallersdorf errichten. Von hier aus belieferte Weinzierl Lebensmittelgeschäfte und Verbrauchermärkte in der Umgebung mit frischen Backwaren. Auch Volksfeste in ganz Niederbayern, allen voran das Straubinger Gäubodenfest, versorgt er seitdem mit seinen Brezen und Semmeln. Da der Preisdruck jedoch schnell überhand nahm, entschloss man sich, ein eigenes Filialnetz aufzubauen. Mittlerweile gehören fünfundzwanzig Standorte zum Betrieb.

Tochter Barbara hat den Unternehmergeist von ihrem Vater geerbt. Sie eröffnete 1993 zusammen mit ihrem Mann Stefan am Landauer Marienplatz das Altstadtcafé. Beide hatten das Ziel, mit ihrem Geschäft in der Bergstadt einen Wohlfühl-Treffpunkt für Jung und Alt zu schaffen. Die erst vor kurzem wieder modernisierte Einrichtung ist daher ein gelungener Mix aus plüschiger Gemütlichkeit á la Wiener Kaffeehaus in frischen Farben, kombiniert mit modernen Wohnaccessoires wie modernen Lichtobjekten, Spiegeln, Vasen, Bonsai-Bäumchen und anderen floralen Objekten.

Die Kunden schätzen vor allem das vielseitige Angebot. Man hat die Auswahl zwischen zwölf gesunden und abwechslungsreichen Frühstücksarten, einer reichhaltigen, täglich wechselnden Mittagskarte und dem leckeren Torten- und Kuchenangebot. Freitags zaubert Köchin Karin, eine gebürtige Schlesierin, ein Mehlspeisen-Büffet mit Apfel- und Heidelbeermaultaschen, Rohrnudeln, Quark-, Apfel- und Topfenstudel, Reis- oder Griesauflauf, Zwetschgenbovesen und Topfentascherl mit Marillenfüllung.

Eine eigene Erfindung des Altstadtcafés ist die „Prinzess“ - das weibliches Gegenstück zur traditionellen Prinzregententorte. Sie besteht aus einem weißen Boden, weißer Buttercreme, weißer Kuvertüre und Johannisbeermarmelade. Die Idee dazu entstand, als eine Kundin eine originelle Hochzeitstorte verlangte.

Barbara Kettl erinnert sich noch genau an die schwierigen Anfänge ihrer Existenz als Kaffeehaus-Besitzerin. „Der Umsatz am Samstagvormittag betrug in den ersten Jahren oft nur 30 D-Mark. Da mussten wir erst einmal Pionierarbeit in Sachen „Frühstück im Cafe“ leisten. Es war damals einfach nicht üblich, schon vormittags ins Café zu gehen.“ Mittlerweile haben die Kunden das Angebot entdeckt. Freundinnen schenken sich gern gegenseitig die Gutscheine vom Landauer Altstadtcafe – um einen Grund zu haben, zusammen dorthin frühstücken zu gehen.

Text und Fotos Chr. Riedl-Valder

Kartoffelmaultaschen mit Apfelfüllung auf bayerische Art

 

Kartoffelmaultaschen mit Apfelfüllung auf bayerische Art

(6 Portionen)

1 kg Kartoffeln, 250 g Mehl,1 Ei, etwas Salz, Muskat, Pfeffer

50 g zerlassene Butter oder 6 Esslöffel Sauerrahm

600 g geschälte, fein geschnittene gezuckerte Äpfel, Zucker und Zimt gemischt,

Fett zum Backen, flüssige Butter

Anleitung:

Die Kartoffeln (man nimmt am besten alte Kartoffeln, die viel Stärke haben) kochen, schälen und heiß durchpressen. Danach erkalten lassen und mit Mehl, Ei und Gewürzen zu einem Teig vermengen, eine Rolle formen und in 6 gleiche Teile zerlegen. Auf einem bemehlten Brett jedes Teigstück 1/2 cm dick zu einem Kreis ausrollen, mit flüssiger Butter oder Sauerrahm bestreichen, die geschnittenen Äpfel auflegen, den Zimtzucker darüber streuen und zu einer Rolle formen. In eine gut gefettete Bratraine quer einlegen und bei 200 Grad (im Elektroherd) 50 bis 60 Minuten backen. Kurz vor dem Herausnehmen mit der zerlassenen Butter bestreichen.